Friday, November 27, 2009

Ich werd noch zur Sportkanone

Ja, man sollte es nicht glauben, aber meine Distanzen, die ich mit dem Fahrrad zurücklege, werden immer größer! War jetzt schon mehrfach in Illkirch gewesen, weil dort einige Komillitonen von uns wohnen. Und da braucht man so gute 45 Minuten (oder wie die Franzosen sagen: 3x Viertel-Stunden). Sprich hin und zurück sind dass schon 90Minuten. Ja da staunt ihr, gelle! Hät ich ja auch nicht gedacht. Das Fahrrad wird noch mein Bester Freund. Außerdem bin ich der einzige, der wohl keine Probleme damit hat. Ruth und Franz ärgern sich immer wieder über ihre. Sprich wenn ich zurückkomme werdet ihr mich kaum wieder erkennen.
Aber nun auch ein kleiner Schwenk zu dem naja, nicht ganz so athletischen Teil meines Ichs:
Ich war mit Franz Badmington spielen. Aber ich hatte leider meine Sportschuhe in Freiburg vergessen, also habe ich normale (etwas zu große, mit loser Sohle) Strassenschuhe genommen. Aua! Macht sowas nicht zu Hause nach Kinder! Das tut nämlich ziemlich weh. Hab mir beide Ballen aufgerissen, beide großen Zehe aufgerissen und nen üblen Muskelkater geholt. Die 4  2-Mark-Stück großen Stellen ohne haut, saften auch immer wieder schön, sodass das alles am Socken klebt. (Noch jemand dem ich gerade nicht den Appetit verdorben habe?). Gott sei Dank hat sich Franz auch einen bösen Arschmuskelkater geholt, so musste ich immerhin nicht alleine jammern. jaja, wenn Männer Schmerzen haben. Hier wurde schon genügend Spott getrieben.
Wir haben entdeckt, dass unsere Sporthalle, Badmington-Gedöns auch eine Sauna hat. Juhu. Aber zum Glück ist es ja nicht schwer die Termine zu merken. An ungeraden Tagen für Frauen, an geraden Tagen für Männer, mittwochs, samstags und sonntags, sowie feiertags gemischt, und am Wochenende muss man es vorher ankündigen, wenn man saunieren möchte, weil sonst ist sie nicht angeheit. Alles klar?! Angeblich bräuchte man wohl hier für die Saunen Badehosen… ich kann mir das nicht vorstellen, oder es ist nur im Süden Frankreichs so. Lucie hat gemeint, mann muss sowas dabei haben, und sie kommt aus der Nähe von Bordeaux. Aber sowas macht doch überhaupt keinen Sinn!! Bin dementsprechend noch verwirrt. Hier ist übrigens eine Badehose und ein Badeanzug sprachlich das selbe (maillot de bain). Seltsam. Und um der Sache die Krone aufzusetzen: Man darf nicht mit langen Shorts (also sowas wie ich hab) in die öffentlichen Schwimmbäder. Das wäre zu unhygienisch… sprich, wenn ich ins Schwimmbad will, muss ich mir wieder einen Sackhalter zulegen. Und ich dachte diese Zeit wäre endgültig vorbei! Möglicherweise, unter Umständen, eventuell, wäre es vielleicht möglich, dass man auch mit einer engen shorts (kann mir jemand sagen, wie die 3 Typen von Unterhosen/Badehosen korrekt heißen??) reinkann, aber bisher konnte uns das noch keiner so genau sagen. Na toll! Mal gucken, was die französischen Kaufhäuser für nette Modelle haben. Ist ja auch DIE Saison um Badeklamotten zu kaufen. Juhu!

Ruth und ich waren am Freitag bei einem Spielenachmittag eingeladen. War witzig. Leider gab es mal wieder keinen Kaffee. (Ich weiß, ich soll nicht immer alles pauschalisieren, aber die Franzosen sind ja solche Kaffeemuffel.. unglaublich, überall wo man eingeladen wird gibt es nur Tee oder Tizane (Tee ohne Teein, die Franzosen trennen da löblichweise)… dabei ist doch Kaffee so etwas wichitges). Zu unserem Wasser mit Sirup wurde uns dann ein Fondant au Chocolat (lautschrift: Fondooo (nasal) o schokola) gereicht. Und ich kann nur sagen: Oh mein Gott, sowas leckeres hab ich noch nie gegessen.. Na gut, schon, aber das war Fleisch und von dem her nicht vergleichbar. Ein Fondant ist so ein dünner Schokokuchen, der innendrin noch so halbflüssig ist, also wenn man ihn schneidet, dann bleibt einiges am Messer kleben. Und es schmeckt sooooo himmlisch. Ic h hab mir natürlich gleich mal das Rezept geholt und was soll ich sagen. Bei mir hat es natürlich wieder nicht funktioniert. Meiner ist leider viel zu festgeworden und hat somit eher Brownie Charakter, aber ich werde weiter daran üben, bis ich ihn zur Perfektion getrieben habe. Ähnliches Problem gibt es mit den gebratenen Mandeln. Ruth hat die gemacht. Voll einfach, wenn man nur zusieht. Aber auch hier kommt es wieder auf die Mischung an. Ruth is ja mehr so ein, wir machen das mal nach Augenmaß. ich nicht! Ich hab es nach ihrem Rezept probiert. Und was soll ich groß sagen: Ein Fall für die Mülltonne. Manno!
Dafür hab ich jetzt in Nürnberg (ja es ist wieder 1. Advent, und von dem her geht es wieder zum alljährlichen Besäufnis aufn Christkindlesmarkt) schon fleißig gebacken .Und meine Hildabrötle mit Schokofüllung und meine treuen Husaren sind mir echt toll gelungen (gut, n bissle gekleckert, manche n bissle zu dunkel, aber hey sie schmecken). Im Französischen heißen unsere Brötle übrigens “bredele” und man kennt sie nur im Elsass. Überhaupt haben die Franzosen nicht soviele Weihnachtsbräuche wie wir. Hier eine Unterhaltung zwischen Claire und mir. Triffst du dich immer zum selben Datum in Nürnberg? Nein, das Datum ist verschieden, aber es ist immer der 1. Advent. Was ist der erste Advent? Der Tag an dem man die erste Kerze anzündet. Wieso zündet man eine Kerze an? Na am Adventskranz. Was ist ein Adventskranz? Das Ding mit den vier Kerze, weil es 4. Advent gibt. Wieso ein Kranz?… Mädchen du musst noch viel lernen!  - In Südfrankreich gibt es keine Brötle, es gibt eigentlich keinen Adventskalender, keinen Nikolaus, keinen Adventskranz, überhaupt keinen Advent und wenn ich richtig verstanden habe, werden die Päckchen wie auch in Amiland erst am 25. aufgemacht. Krass!
Ach ja, jetzt hab ich ja den Spieleabend noch gar nicht erzählt. Also: wir waren zu 6. Zuerst wurden 2 seltsame Kinderspiele gespielt. ich möchte trotzdem kurz anmerken, dass ich gewonnen habe, juhu! Und danach ging es über zu Tabu XXL. Hilfe! Wie kann man denn auf die Idee kommen, mit Deutschen französisches Tabu spielen zu wollen. Das Problem fing schon bei der Gruppenbildung an. Ruth und mir war klar. 3 P pro Gruppe. 2F und ein 1D. Den Franzosen war das wohl nicht so einleuchtend. Zuerst sollte es Zweierteams geben. Sprich, jeweils FF, FD, FD. Wir haben dann aber gesagt, dass wir (also die Deutschen), die Hälfte der Begriffe ja nicht kenne und von dem her es wohl keine gute Idee wäre, wenn das Glück unserer Gruppe von uns abhängen würde. ich wollt ja dann mit Ruth in ne Gruppe, aber die haben doch tatsächlich geglaubt, dass wenn wir auf deutsch erklären, dass wir schummeln würden… tzs. Gut, nachdem klar war zwei Dreierteams, wollt ich einfach kurz durchzählen, sodass die Teams feststellen. Für Franzosen ist es aber einfacher (oder zumindest für diese Franzosen). Erst die Gruppe zu bilden (sprich 3 die links vom Tisch sitzen und die 3 von rechts). Und danach aufzustehen um sich vernünftig zu plazieren… Großes Chaos!
Das Spiel war dementsprechend auch nicht gerade easy. Ich mein ich arbeite unter Zeitdruck zwar am Besten (ihr wisst ja, nur unter Druck entsteht ein Diamant), aber trotzdem war es Sacke schwer! Ich war froh, wenn ich das erste Wort kannte, aber natürlich war alle Wörter die ich sonst noch kannte, direkt darunter, sodass ich es eher pantomisch hätte erklären können, als mit dem Mund. Aber ich hab trotzdem meist gute 3 Karten pro Runde geschafft (ja, jetzt ist die Stelle, wo ihr mir alle auf die Schulter klopfen könnt).

So jetzt noch kurz etwas organisatorisches. Wenn/falls mich von euch noch jemand besuchen möchte, bleiben nur noch die ersten beiden Dezemberwochenenden oder einige im Januar. Die sind aber fast alle nicht ganz 100%ig sicher, weil ich ja dort schon wieder arbeiten werde um etwas Knete zu verdienen. Sprich: Wenn ihr kommen wollt, kommt bald. Könnte auch noch das WE um den 18Dezember anbieten, wenn da einer nur da kann. Wie auch immer entscheidet euch schnell und gebt mir Bescheid, weil sonst is es zu spät zu spät. (hört ihr auch grad das Ärzte-Lied im Kopf??)
So, ich rüste mich jetzt für das WE.

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Wednesday, November 11, 2009

Klopferabend und vieles mehr

Tchin, tchin
was soviel wie Prost bedeutet. Leider wird es nicht so häufig verwendet wie ich gehofft hatte. Gestern abend haben wir einen deutschen Abend ausgerichtet. Naja so deutsch war er auch wieder nicht. Wir haben Rittersport gemampft (ich sag nur 13′Tafeln, igitt, war mir übel hinterher) und Klopfer getrunken. Viele Klopfer. Der Tisch war irgendwann bedeckt mit kleinen Fläschchen. Naja eigentlich ging es. Es waren 70 Klopfer für letztendlich 8Personen. War ganz witzig. VorallenDingen lernt man wieder, wie gerne die Franzosen das Wort cul (Arsch) verwenden. Man trinkt es cul.sec (cul ist in diesem Fall der Flaschenboden, also der Arsch der Flasche und sec ist trocken, sprich, dass der Arsch schnell trocken ist). eine Sackgasse ist eine cul-de-sac, (eine Arschtasche, wenn man es wörtlich übersetzt), ein Purzelbaum ist wie schon erwähnt ein culbut (ein Arschziel) und dazu noch ein ganz böses Grandmot (ein großes Wort, also ein Schimpfwort). Ihr seht, auch ohne Schimpfwörter zu benutzen können die Franzosen diese Wort häufig gebrauchen. Ebenfalls hab ich mittlerweile die französischen Füllwörter schlechthin kennengelernt: Man beginnt einen Satz mit en faites und beendet ihn mit quoi. Hat beides nicht wirklich viel zu bedeuten, aber macht das ganze viel cooler.

Und nun noch etwas zur französischen Fahrweise. Bei mir um die Ecke gibt es einen Platz, auf den Sternförmig 7Straßen führen. In der Mitte ist jedoch kein Kreisverkehr. Es gibt auch keine Ampeln und keine Verkehrsschilder. Man wird nur in allen 7Straßen darauf hingewiesen, dass eine gefährliche Kreuzung ist. Ach, welch Überraschung. Ebenfalls sind hier soviele Zebrastreifen, dass die franzosen selbst nicht wissen, an welchen sie als Autofahrer anhalten sollten und an welchen sie einfach drüberfahren dürfen. So kann es sein, dass ich an einer roten Ampel stehe (gibts auch, ja man höre und staune) und plötzlich hält ein Auto und will, dass ich über die Straße gehe. Verzwickte Situation *g* Entweder ich geh über Rot, oder ich enttäusche die Frau hinterm Lenkrad. Natürlich bin ich ein Menschenfreund und wähle über rot gehen. Interessiert hier ja eh keine Sau.
Hab mir vor kurzen n neuen Pulli gekauft im Rive étoile (großes Einkaufscenter mit mehreren Geschäften drin und einem Supermarkt). Danach wollte ich noch Gemüse einkaufen. Wisst ihr, was die mit euren Einkaufstüten machen?!? die tackern die zu. Sonst darf man die nicht mitnehmen. Frech!

Waren letzte Woche noch im Improtheater. Und was soll ich sagen. Pantomimisch, war das n Reinfall und sprachlich bin ich und auch die anderen überhaupt nicht mitgekommen. Immerhin haben die Deutschen dann an anderen Stellen gelacht. Franz sagte mal, dass es blöd is, wenn man viel versteht, aber genau die Pointe halt net: Zack: Gelächter. Während auf der Bühne jemand grad den sterbenden Schwan dargeboten hat. Und wir amüsieren uns immer über die französische Aussprache englischer Wörter und Personen. Beispiele gefällig? Wörter die tasächlich Gelesen werden, wie wir sie schreiben, also mit einem a, sprich der gängster wird zum gangster, fan, match,.. sehr witzig. Besser sind noch Schauspieler. Brad bidt (ich schreibe in Lautschrift, also genau so lesen, wie es da steht, ein a ist somit ein a und kein ä) padtrik swasi, mel gibsoon, schan austäe (klingt wie wenn ihr euch die Nase rümpft). Das seltsame ist, ich finde nicht mehr, dass die Franzosen nasal reden. Nur noch wenn ich selber rede. Und die Franzosen haben mittlerweile auch ihr wörter, die sie lieben wenn sie deutsch ausgesprochen werden. Bestes Beispiel vraiment. Das r hört man eigentlich nicht, was bei Franz, Anna (beide Rollen das r richtig stark)und auch bei mir nicht wirklich klappt. Wir sprechen es halt etwas deutsch aus. Naja.

So, heut abend gehts in einen russischen Film mit französischen Untertiteln. ich glaube ich werde nix verstehen. Aber mich interessiert der Film nunmal und da ist das vielleicht die Beste Alternative.Euch allen frohes Schafffen. Ach ja, habich erwähnt, dass heute hier Feiertag ist? Ende des 1. Weltkrieges wird gefeiert.

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Saturday, November 7, 2009

Urlaubsgrüße aus Deutschland

Ja, wer hätte es gedacht, dass ich in meiner Urlaubszeit mal in Deutschland aufkreuze. Genauergesagt in Allemagne, genauergesagt, in Allemagne de Provence. Ja dieses klein Deutschland hat auch nur süße 2000 Einwohner (oder noch weniger?).

So, wo fang ich am besten an zu erzählen. Alllsoo: Anna wollte schon immer in den Süden, ich eher in den Norden von Frankreich. Wir haben relativ spät angefangen mit suchen und so kam es, dass wir uns am Mittwoch nachmittag entschieden haben uns Tickets für Donnerstag früh zu kaufen. Waren so extrem-sonderangebots tickets für 29€ nach Marseille… ich mein hey, was will man mehr. So kams, auch, dass ich mit ihr zusammen gereist bin. Jugendherberge und das alles mussten wir uns dann vor Ort gesucht. Hat aber so ziemlich alles geklappt, bis auf einen kleinen Zwischenfall. Wir hatten am 3. Abend in Marseille ein Doppelzimmer in der Jugendherberge. Wir kamen nachts zurück und wollten einchecken. Wir sagten Zimmer 29, der Herr an der Rezeption gab uns einen Schlüssel. Ich fragte, ob wir nicht zwei haben könnten, er sagte das wäre der Letzte. Und schon da wurde ich stutzig. Wie der Letzte?? Ich sollte recht behalten. Wir polterten fröhlich munter in das Zimmer 29 um eine schon etwas ältere Frau aus dem Schlaf zu reißen. Diese war not amused. Und wir sind dann schnell wieder raus und wollten ein anderes Zimmer. Der Rezeptionist fragte, ob das Zimmer nicht in Ordnung sei.. nach kurzem Erklären und nach gefühlten 10minuten, die der Herr im Pc rumgesucht hat, gab er uns endlich neue Schlüssel. In einem Zimmer mit defektem Wasserhahn. Na super. Und nachdem Anna auch noch dranrumgespielt hat, lief das Wasser erstmal in Strömen. Toll zum einschlafen! Zu den Toiletten ist zu sagen: Die Südfranzosen brauchen wohl alle keine Klobrille. Diese findet man nur noch in sehr verschlafenen Winkeln. Ansonsten is die abmontiert. überall. In Cafés, in Bars, in Jugendherbergen (wisst ihr wie das in die Schenkel geht, wenn man mal,.. naja, das was halt alle nach gutem Essen machen ;)…macht. Da is nix mit gemütlich Zeitung lesen). Wie hab ich mir doch die chinesischen Löcher zurückgewünscht. Das war wenigstens komfortabler. Aber wer wird denn groß Meckern. Nach Marseille haben wir einen kleinen Abstecher nach Aix-en Provence gemacht. sehr nettes kleines Städtchen das nur für die Studenten gemacht ist. Juhu! Altersdurchschnitt ziemlich jung, überall Cafes, überall Kneipen, alles was das Herz begehrt. Und da ja Engel reisen hatten wir auch bis auf den 1. Tag immer schönes Wetter.
Das war der leichte Teil der Reise. Nun folgt der etwas beschwerlichere Teil mit Namen: Manosque sehen - und sterben. Wir fuhren nach Manosque zum einen a) weil es dort eine Jugendherberge gab und b) weil man uns ins Aix sagte, dass man uns dort wahrscheinlich am ehesten sagen könnte wie wir in die Gorges du Verdon kommen. Die Gorges, dass sind für alle Erdkundebegeisterte die größte Schlucht in Europa und die 5.größte auf der Welt. Also ein Riesen-oschi. Ich frag mich, warum die nicht viel mehr Werbung damit machen. Ich mein hey, den grand Canyon kennt doch auch jeder, wieso also nicht die Gorges? … Ich kann euch sagen warum: Weil das Verkehrsnetz dort gelinde gesagt nur schwach ausgebaut ist. Das mussten wir leider grausam feststellen. In Manosque angekommen (ich hasse Dörfer die auf nem Berg liegen, der Bahnhof aber am Fusse dessen liegt), und erstmal 1,5km bis zur Stadtreingelaufen, treffen wir auf eine übereifrige Frau im Touristenoffice an: “wie kommen wir zu den Gorges” “keine Ahnung, fragt am Bahnhof nach” (schon bei so einem Satz, möchte man am liebsten diese Frau würgen, lief man doch umsonst mit einem 20kg schweren Rucksack den Berg rauf). “wo kann man am besten übernachten bei den Gorges” “in jedem Dorf”. “welches Dorf würden sie empfehlen” “es sind alle schön” “wie kommen wir zur Jugendherberge” “die hat schon zu”.
Ihr könnt euch vorstellen, das unsere Laune binnen Sekunden auf dem Erdboden zerschellt ist. Wir namen es mit Humor und versuchten aus der Stadt rauszukommen. Hat nicht geklappt, also namen wir um 4 den Bus nach Riez, nur um dort festzustellen, dass das nächste Hotel 2km von der Stadt entfernt an einer Straße liegt. Juhu! Und es gibt natürlich keine Busse nach st. Moussier und überhaupt nichts. Nach diesem erneuten langen Marsch fielen wir erschöpft ins Bett. (kleines Gimmik: Die Fernsehbedienung war komplett in Plastik gehüllt: man könnte ja Fingerabdrücke drauf hinterlassen. Witzig)
Am nächsten Tag haben wir nachdem wir 2km richtung St. Moussiers (dem Nirgendwo der Provence schlechthin) gelaufen sind,  ein Taxi rangewunken (es war das einzige Auto das angehalten hat) und kamen nach St. Moussiers. Und endlich hatte mit uns jemand mitleid. Nämlich der Typ im Office du Tourisme. Nachdem er uns klar gemacht hat, dass wir von St. Mousier nur mit Taxi wieder wegkommen und auch danach wir eigentlich kaum Chancen haben weiterzukommen, hat er uns angeboten uns bis Digne de Bain mitzunehmen. Super klasse! Damit war der TAg gerettet. Wir konnten uns die schöne Landschaft angucken, sind fast an die Gorges rangekommen (ja das war blöd, der ganze Stress für etwas, was wir zum Schluss doch nicht gesehen haben), und haben uns an einem tollen Gebirgssee die Füße gekühlt. Abends gings dann nach Digne und von dort aus lief wieder alles klatt. Was ich nur nicht verstehen kann ist: Wenn das ganze so ne Touri-gegend ist, und das ist es im Sommer wohl echt. Wieso ist dann das Verkehrssystem so grottig. Überhaupt! In allen Städten scheint die Sache mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch ziemlich zu happern. Marseille. letzer normalerbus 20.00. letzte Ubahn. 22Uhr. , sprich wir haben uns manchmal schon in den Nachtbus um 20.45 gesetzt. Das ist doch Bizarr. Sowas kann man doch noch nicht Nachtbus nennen. der letzte fährt um 0:45. Auch am WE. Und das in Marseille. Echt beängstigend. In Avignon war es noch schlimmer. Letzer bus. um 19.41. schön, dass wir um 19.50 an der Bushalte stelle waren um zu gucken, wir wie am schnellsten zu unserer Jugendherberge kommen. Antwort: à pied. Überhaupt war unser Urlaub sehr sportlich. Ständig sind wir unterwegs gewesen, haben Städte angeguckt, sind durch die Calanques gelaufen (Riffe/Felsen bei Marseille), sind zum See und bis fast an die Gorges gelaufen (war auch wiedern kompletter Tag) und das Highlight schlecht hin: Wir haben uns in St. Maire de la mer Räder gemietet um im Naturschutzgebiet am Rande des Meeres rumzufahren. War echt wunderschön, auch wenn die Bilder leider net so der Hammer geworden sind. Das ist übrgens eines DER angesagten Treffpunkte für Flamingos im Winter. Haben schon ganz viele dort gesehen. Seltsame Vögel. Ich hätte ja gern ein Tandem gehabt, aber Anna war leider nicht zu überzeugen. Und hier kommt mal wieder ne Frage, die sich Jochen eigentlich den ganzen Tag aufm Radel gestellt hat: Warum müssen Männer so verdammt harte Sattel haben? Ich mein, (ohje, jetzt muss ich wieder im vorhinein einschieben, dass ich das, was jetzt kommt, nicht wertend sondern nur beschreibend meine und nicht böse meine und… ach mir glaubts ja doch keiner) Frauen sind doch eh schon besser gepolstert dort, wieso bekommen sie dann auch noch die weicheren Sattel? Oder wieso bekommen Männer nicht auch weichere Sattel? Dann könnte man sich doch den Scheiß mit den Einlagen in den Radlerhosen sparen. Oder hat das einen aerodynamischen - mir bisher nicht verständlichen - Grund? Ich weiß nur: mit einem Mountainbike über ständig unebenes sehr holpriges mit ungleichgroßen Steinen übersätes Gelände zu fahren, schmerzt auf die Dauer ziemlich. Ach ja noch ein weiterer Grund für weichere Sattel oder Sätte(l??): Männer haben dort sogar eine schmerzempfindliche Drüse. Also wer kam auf den: Männer sind hart im nehmen, deswegen bekommen sie härtere Sattel Scheiß? Ich bitte um kreative und interessante Antworten. Noch besser, wers tatsächlich weiß. Ich kann nur sagen, danach war die Klosache nochmal anstrengender. Aber die Tour hat sich trotzdem gelohnt. Wir hätten beinah (ja leider wieder nur beinah, ihr seht das aber auch viel zu negativ alles: der Weg, ja der Weg ist das Ziel) riesige Salzabbauwerke gesehen (also halt da wo Meerwasser verdampft und Salz zurückbleibt).
Anstelle dessen haben wir es uns halt am Meer bequem gemacht und unser lecker Essen ausgepackt. Es gab wie jeden Tag: Baguette. Und wieder Baguette, und wieder Baguette. Wahlweise mit Käse, SAlami, Tomaten oder an besonderen TAgen wie am Strand mit allen drei Sachen! Ja, Luxus, gelle. Hatten auch nach den Callanques unseren eigenen Kräutergarten dabei. Hatten dort Thymian und Rosmarin gefunden und gleich eingesteckt.
Nach St. Marie dela mer gings noch nach Avignon. Hammergeile Stadt. Kann ich echt nur jedem empfehlen. mit nem riesen coolen Schloss in der Mitte. Und coole Gassen und. Also dat is echt ne Stadt nach meinem Geschmack. Und alles ist umrundet von einer Stadtmauer.

ja und dann gings auch schon heim. Achja, was ich oben vergessen habe zu erzählen: wir haben die Insel/Gefägnis gesehen, von welcher der Graf von Monte Christo geflohen ist. Ihr alle kennt ja die Geschichte. Wenn nicht lesen, oder angucken(oder bei Wicki googeln). Denn das witzige daran ist: Eigentlich ist die Insel ja gar nicht so berühmt, sondern erst die Geschichte hat es gemacht. Sprich die Leute gehen dorthin, weil sie wissen, das eine Figur aus einem Buch dort mal gewesen ist. Merkt ihr wie abartig das klingt! Aber damit noch etwas mehr pep reinkommt, hat man noch den Mann mit der eisernen Maske draufgeschmuggelt. Man weiß zwar nicht ob er da war, aber es klingt so schön, wenn man es einfach über einen Zellenblock drüber schreibt. Und dafür zahlt man dann gesalzene 15Euro (muss noch ne Fähre bezahlen, die einen zur Insel bringt)

So, jetzt habt ihr aber viel gelesen, weitere Highlight, kommen ein ander mal

Posted by in 22:17:29 | Permalink | No Comments »