Wednesday, November 11, 2009

Klopferabend und vieles mehr

Tchin, tchin
was soviel wie Prost bedeutet. Leider wird es nicht so häufig verwendet wie ich gehofft hatte. Gestern abend haben wir einen deutschen Abend ausgerichtet. Naja so deutsch war er auch wieder nicht. Wir haben Rittersport gemampft (ich sag nur 13′Tafeln, igitt, war mir übel hinterher) und Klopfer getrunken. Viele Klopfer. Der Tisch war irgendwann bedeckt mit kleinen Fläschchen. Naja eigentlich ging es. Es waren 70 Klopfer für letztendlich 8Personen. War ganz witzig. VorallenDingen lernt man wieder, wie gerne die Franzosen das Wort cul (Arsch) verwenden. Man trinkt es cul.sec (cul ist in diesem Fall der Flaschenboden, also der Arsch der Flasche und sec ist trocken, sprich, dass der Arsch schnell trocken ist). eine Sackgasse ist eine cul-de-sac, (eine Arschtasche, wenn man es wörtlich übersetzt), ein Purzelbaum ist wie schon erwähnt ein culbut (ein Arschziel) und dazu noch ein ganz böses Grandmot (ein großes Wort, also ein Schimpfwort). Ihr seht, auch ohne Schimpfwörter zu benutzen können die Franzosen diese Wort häufig gebrauchen. Ebenfalls hab ich mittlerweile die französischen Füllwörter schlechthin kennengelernt: Man beginnt einen Satz mit en faites und beendet ihn mit quoi. Hat beides nicht wirklich viel zu bedeuten, aber macht das ganze viel cooler.

Und nun noch etwas zur französischen Fahrweise. Bei mir um die Ecke gibt es einen Platz, auf den Sternförmig 7Straßen führen. In der Mitte ist jedoch kein Kreisverkehr. Es gibt auch keine Ampeln und keine Verkehrsschilder. Man wird nur in allen 7Straßen darauf hingewiesen, dass eine gefährliche Kreuzung ist. Ach, welch Überraschung. Ebenfalls sind hier soviele Zebrastreifen, dass die franzosen selbst nicht wissen, an welchen sie als Autofahrer anhalten sollten und an welchen sie einfach drüberfahren dürfen. So kann es sein, dass ich an einer roten Ampel stehe (gibts auch, ja man höre und staune) und plötzlich hält ein Auto und will, dass ich über die Straße gehe. Verzwickte Situation *g* Entweder ich geh über Rot, oder ich enttäusche die Frau hinterm Lenkrad. Natürlich bin ich ein Menschenfreund und wähle über rot gehen. Interessiert hier ja eh keine Sau.
Hab mir vor kurzen n neuen Pulli gekauft im Rive étoile (großes Einkaufscenter mit mehreren Geschäften drin und einem Supermarkt). Danach wollte ich noch Gemüse einkaufen. Wisst ihr, was die mit euren Einkaufstüten machen?!? die tackern die zu. Sonst darf man die nicht mitnehmen. Frech!

Waren letzte Woche noch im Improtheater. Und was soll ich sagen. Pantomimisch, war das n Reinfall und sprachlich bin ich und auch die anderen überhaupt nicht mitgekommen. Immerhin haben die Deutschen dann an anderen Stellen gelacht. Franz sagte mal, dass es blöd is, wenn man viel versteht, aber genau die Pointe halt net: Zack: Gelächter. Während auf der Bühne jemand grad den sterbenden Schwan dargeboten hat. Und wir amüsieren uns immer über die französische Aussprache englischer Wörter und Personen. Beispiele gefällig? Wörter die tasächlich Gelesen werden, wie wir sie schreiben, also mit einem a, sprich der gängster wird zum gangster, fan, match,.. sehr witzig. Besser sind noch Schauspieler. Brad bidt (ich schreibe in Lautschrift, also genau so lesen, wie es da steht, ein a ist somit ein a und kein ä) padtrik swasi, mel gibsoon, schan austäe (klingt wie wenn ihr euch die Nase rümpft). Das seltsame ist, ich finde nicht mehr, dass die Franzosen nasal reden. Nur noch wenn ich selber rede. Und die Franzosen haben mittlerweile auch ihr wörter, die sie lieben wenn sie deutsch ausgesprochen werden. Bestes Beispiel vraiment. Das r hört man eigentlich nicht, was bei Franz, Anna (beide Rollen das r richtig stark)und auch bei mir nicht wirklich klappt. Wir sprechen es halt etwas deutsch aus. Naja.

So, heut abend gehts in einen russischen Film mit französischen Untertiteln. ich glaube ich werde nix verstehen. Aber mich interessiert der Film nunmal und da ist das vielleicht die Beste Alternative.Euch allen frohes Schafffen. Ach ja, habich erwähnt, dass heute hier Feiertag ist? Ende des 1. Weltkrieges wird gefeiert.

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Saturday, November 7, 2009

Urlaubsgrüße aus Deutschland

Ja, wer hätte es gedacht, dass ich in meiner Urlaubszeit mal in Deutschland aufkreuze. Genauergesagt in Allemagne, genauergesagt, in Allemagne de Provence. Ja dieses klein Deutschland hat auch nur süße 2000 Einwohner (oder noch weniger?).

So, wo fang ich am besten an zu erzählen. Alllsoo: Anna wollte schon immer in den Süden, ich eher in den Norden von Frankreich. Wir haben relativ spät angefangen mit suchen und so kam es, dass wir uns am Mittwoch nachmittag entschieden haben uns Tickets für Donnerstag früh zu kaufen. Waren so extrem-sonderangebots tickets für 29€ nach Marseille… ich mein hey, was will man mehr. So kams, auch, dass ich mit ihr zusammen gereist bin. Jugendherberge und das alles mussten wir uns dann vor Ort gesucht. Hat aber so ziemlich alles geklappt, bis auf einen kleinen Zwischenfall. Wir hatten am 3. Abend in Marseille ein Doppelzimmer in der Jugendherberge. Wir kamen nachts zurück und wollten einchecken. Wir sagten Zimmer 29, der Herr an der Rezeption gab uns einen Schlüssel. Ich fragte, ob wir nicht zwei haben könnten, er sagte das wäre der Letzte. Und schon da wurde ich stutzig. Wie der Letzte?? Ich sollte recht behalten. Wir polterten fröhlich munter in das Zimmer 29 um eine schon etwas ältere Frau aus dem Schlaf zu reißen. Diese war not amused. Und wir sind dann schnell wieder raus und wollten ein anderes Zimmer. Der Rezeptionist fragte, ob das Zimmer nicht in Ordnung sei.. nach kurzem Erklären und nach gefühlten 10minuten, die der Herr im Pc rumgesucht hat, gab er uns endlich neue Schlüssel. In einem Zimmer mit defektem Wasserhahn. Na super. Und nachdem Anna auch noch dranrumgespielt hat, lief das Wasser erstmal in Strömen. Toll zum einschlafen! Zu den Toiletten ist zu sagen: Die Südfranzosen brauchen wohl alle keine Klobrille. Diese findet man nur noch in sehr verschlafenen Winkeln. Ansonsten is die abmontiert. überall. In Cafés, in Bars, in Jugendherbergen (wisst ihr wie das in die Schenkel geht, wenn man mal,.. naja, das was halt alle nach gutem Essen machen ;)…macht. Da is nix mit gemütlich Zeitung lesen). Wie hab ich mir doch die chinesischen Löcher zurückgewünscht. Das war wenigstens komfortabler. Aber wer wird denn groß Meckern. Nach Marseille haben wir einen kleinen Abstecher nach Aix-en Provence gemacht. sehr nettes kleines Städtchen das nur für die Studenten gemacht ist. Juhu! Altersdurchschnitt ziemlich jung, überall Cafes, überall Kneipen, alles was das Herz begehrt. Und da ja Engel reisen hatten wir auch bis auf den 1. Tag immer schönes Wetter.
Das war der leichte Teil der Reise. Nun folgt der etwas beschwerlichere Teil mit Namen: Manosque sehen - und sterben. Wir fuhren nach Manosque zum einen a) weil es dort eine Jugendherberge gab und b) weil man uns ins Aix sagte, dass man uns dort wahrscheinlich am ehesten sagen könnte wie wir in die Gorges du Verdon kommen. Die Gorges, dass sind für alle Erdkundebegeisterte die größte Schlucht in Europa und die 5.größte auf der Welt. Also ein Riesen-oschi. Ich frag mich, warum die nicht viel mehr Werbung damit machen. Ich mein hey, den grand Canyon kennt doch auch jeder, wieso also nicht die Gorges? … Ich kann euch sagen warum: Weil das Verkehrsnetz dort gelinde gesagt nur schwach ausgebaut ist. Das mussten wir leider grausam feststellen. In Manosque angekommen (ich hasse Dörfer die auf nem Berg liegen, der Bahnhof aber am Fusse dessen liegt), und erstmal 1,5km bis zur Stadtreingelaufen, treffen wir auf eine übereifrige Frau im Touristenoffice an: “wie kommen wir zu den Gorges” “keine Ahnung, fragt am Bahnhof nach” (schon bei so einem Satz, möchte man am liebsten diese Frau würgen, lief man doch umsonst mit einem 20kg schweren Rucksack den Berg rauf). “wo kann man am besten übernachten bei den Gorges” “in jedem Dorf”. “welches Dorf würden sie empfehlen” “es sind alle schön” “wie kommen wir zur Jugendherberge” “die hat schon zu”.
Ihr könnt euch vorstellen, das unsere Laune binnen Sekunden auf dem Erdboden zerschellt ist. Wir namen es mit Humor und versuchten aus der Stadt rauszukommen. Hat nicht geklappt, also namen wir um 4 den Bus nach Riez, nur um dort festzustellen, dass das nächste Hotel 2km von der Stadt entfernt an einer Straße liegt. Juhu! Und es gibt natürlich keine Busse nach st. Moussier und überhaupt nichts. Nach diesem erneuten langen Marsch fielen wir erschöpft ins Bett. (kleines Gimmik: Die Fernsehbedienung war komplett in Plastik gehüllt: man könnte ja Fingerabdrücke drauf hinterlassen. Witzig)
Am nächsten Tag haben wir nachdem wir 2km richtung St. Moussiers (dem Nirgendwo der Provence schlechthin) gelaufen sind,  ein Taxi rangewunken (es war das einzige Auto das angehalten hat) und kamen nach St. Moussiers. Und endlich hatte mit uns jemand mitleid. Nämlich der Typ im Office du Tourisme. Nachdem er uns klar gemacht hat, dass wir von St. Mousier nur mit Taxi wieder wegkommen und auch danach wir eigentlich kaum Chancen haben weiterzukommen, hat er uns angeboten uns bis Digne de Bain mitzunehmen. Super klasse! Damit war der TAg gerettet. Wir konnten uns die schöne Landschaft angucken, sind fast an die Gorges rangekommen (ja das war blöd, der ganze Stress für etwas, was wir zum Schluss doch nicht gesehen haben), und haben uns an einem tollen Gebirgssee die Füße gekühlt. Abends gings dann nach Digne und von dort aus lief wieder alles klatt. Was ich nur nicht verstehen kann ist: Wenn das ganze so ne Touri-gegend ist, und das ist es im Sommer wohl echt. Wieso ist dann das Verkehrssystem so grottig. Überhaupt! In allen Städten scheint die Sache mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch ziemlich zu happern. Marseille. letzer normalerbus 20.00. letzte Ubahn. 22Uhr. , sprich wir haben uns manchmal schon in den Nachtbus um 20.45 gesetzt. Das ist doch Bizarr. Sowas kann man doch noch nicht Nachtbus nennen. der letzte fährt um 0:45. Auch am WE. Und das in Marseille. Echt beängstigend. In Avignon war es noch schlimmer. Letzer bus. um 19.41. schön, dass wir um 19.50 an der Bushalte stelle waren um zu gucken, wir wie am schnellsten zu unserer Jugendherberge kommen. Antwort: à pied. Überhaupt war unser Urlaub sehr sportlich. Ständig sind wir unterwegs gewesen, haben Städte angeguckt, sind durch die Calanques gelaufen (Riffe/Felsen bei Marseille), sind zum See und bis fast an die Gorges gelaufen (war auch wiedern kompletter Tag) und das Highlight schlecht hin: Wir haben uns in St. Maire de la mer Räder gemietet um im Naturschutzgebiet am Rande des Meeres rumzufahren. War echt wunderschön, auch wenn die Bilder leider net so der Hammer geworden sind. Das ist übrgens eines DER angesagten Treffpunkte für Flamingos im Winter. Haben schon ganz viele dort gesehen. Seltsame Vögel. Ich hätte ja gern ein Tandem gehabt, aber Anna war leider nicht zu überzeugen. Und hier kommt mal wieder ne Frage, die sich Jochen eigentlich den ganzen Tag aufm Radel gestellt hat: Warum müssen Männer so verdammt harte Sattel haben? Ich mein, (ohje, jetzt muss ich wieder im vorhinein einschieben, dass ich das, was jetzt kommt, nicht wertend sondern nur beschreibend meine und nicht böse meine und… ach mir glaubts ja doch keiner) Frauen sind doch eh schon besser gepolstert dort, wieso bekommen sie dann auch noch die weicheren Sattel? Oder wieso bekommen Männer nicht auch weichere Sattel? Dann könnte man sich doch den Scheiß mit den Einlagen in den Radlerhosen sparen. Oder hat das einen aerodynamischen - mir bisher nicht verständlichen - Grund? Ich weiß nur: mit einem Mountainbike über ständig unebenes sehr holpriges mit ungleichgroßen Steinen übersätes Gelände zu fahren, schmerzt auf die Dauer ziemlich. Ach ja noch ein weiterer Grund für weichere Sattel oder Sätte(l??): Männer haben dort sogar eine schmerzempfindliche Drüse. Also wer kam auf den: Männer sind hart im nehmen, deswegen bekommen sie härtere Sattel Scheiß? Ich bitte um kreative und interessante Antworten. Noch besser, wers tatsächlich weiß. Ich kann nur sagen, danach war die Klosache nochmal anstrengender. Aber die Tour hat sich trotzdem gelohnt. Wir hätten beinah (ja leider wieder nur beinah, ihr seht das aber auch viel zu negativ alles: der Weg, ja der Weg ist das Ziel) riesige Salzabbauwerke gesehen (also halt da wo Meerwasser verdampft und Salz zurückbleibt).
Anstelle dessen haben wir es uns halt am Meer bequem gemacht und unser lecker Essen ausgepackt. Es gab wie jeden Tag: Baguette. Und wieder Baguette, und wieder Baguette. Wahlweise mit Käse, SAlami, Tomaten oder an besonderen TAgen wie am Strand mit allen drei Sachen! Ja, Luxus, gelle. Hatten auch nach den Callanques unseren eigenen Kräutergarten dabei. Hatten dort Thymian und Rosmarin gefunden und gleich eingesteckt.
Nach St. Marie dela mer gings noch nach Avignon. Hammergeile Stadt. Kann ich echt nur jedem empfehlen. mit nem riesen coolen Schloss in der Mitte. Und coole Gassen und. Also dat is echt ne Stadt nach meinem Geschmack. Und alles ist umrundet von einer Stadtmauer.

ja und dann gings auch schon heim. Achja, was ich oben vergessen habe zu erzählen: wir haben die Insel/Gefägnis gesehen, von welcher der Graf von Monte Christo geflohen ist. Ihr alle kennt ja die Geschichte. Wenn nicht lesen, oder angucken(oder bei Wicki googeln). Denn das witzige daran ist: Eigentlich ist die Insel ja gar nicht so berühmt, sondern erst die Geschichte hat es gemacht. Sprich die Leute gehen dorthin, weil sie wissen, das eine Figur aus einem Buch dort mal gewesen ist. Merkt ihr wie abartig das klingt! Aber damit noch etwas mehr pep reinkommt, hat man noch den Mann mit der eisernen Maske draufgeschmuggelt. Man weiß zwar nicht ob er da war, aber es klingt so schön, wenn man es einfach über einen Zellenblock drüber schreibt. Und dafür zahlt man dann gesalzene 15Euro (muss noch ne Fähre bezahlen, die einen zur Insel bringt)

So, jetzt habt ihr aber viel gelesen, weitere Highlight, kommen ein ander mal

Posted by at 22:17:29 | Permalink | No Comments »