prochain jour, prochaine chance (neuer Tag, neues Glück)
Nachdem der Montag erfolglos blieb versuchte ich mein Glück am Mittwoch ein anderes Mal.
Madeleine war leider nicht da, sie wollte kommen, hatte sich dann spontan aber umentschieden. Dafür gab sie mir ne Handynummer von Benjamin (ja man muss diesen Namen richtig näselnd aussprechen). Er sei auch auf der Suche nach ner Wohnung und wir könnten uns ja zusammen tun. Gesagt getan, Treffpunkt um 16 Uhr vor der Kathedrale. Wir hatten jeder andere Treffpunkte im sinn, aber das war der einzige Ort von dem wir beide sicher wussten, das wir den Weg dorthin finden würden. Doch bis zu diesem Termin war es ja noch ne Weile hin. Ich telefonierte also etwas in der Gegend rum, habe eine Wohnung angeguckt, die nix war und erhielt um 12 einen Anruf von Johan. Er hatte meine Telefonnummer von Madeleine (sie koordinierte scheinbar die “Studenten-auf-Wohnungssuche”-Bewegung). Wir könnten uns doch treffen. Ebenfalls wieder an der Kathedrale. Und was soll ich sagen. In dem Moment wo ich zur Kathedrale kam hab ich mirauch schon überlegt wieder um zudrehen. Pottenhäßlich! Mehr fällt mir dazu nicht ein. Eine große Augenbraue. Haaransatz mitten auf der Stirn, dicke Augenwülste (oder wie nennt man die Dinger, die bei den Neandertalern stärker ausgeprägt sind?), total affektierte Art (es überkommt einen das Verlangen ihn immer wenn er lacht eine zu scheuern), und so ein Haarband für seine langen Haare. Und dann dieser Name: Johan. Genau so nennen die Franzosen mich, wenn sie meinen Namen nicht richtig aussprechen können. Sprich der Typ hatte von vorneherein schon keine guten Karten. Aber hey, er konnte französisch und so gingen wir zur CROUS und haben gemeinsam nach WGs geguckt. Toll das einzige was geklappt hatte, war ein Termin um kurz vor 8 am nächsten Tag. Und da war ich ja nicht da. später hab ich Johan dann zum Treffen mit Benjamin mitgenommen. Und es stellte sich heraus, dass die beiden sich eine Stunde später ebenfalls treffen wollten (Madeleine hatte wohl auch da, ihre Finger mit im Spiel). Ich hatte Zeitungen in der Tram gefunden und markierte nun geeignete Wohnungen und die beiden telefonierten die Liste durch. Mit mäßigem Erfolg. Naja 1 Wohnung konnte besichtigt werden, jedoch erst am nächsten Tag um 20Uhr. Und auch das war wieder später, als es für mich normalerweise üblich war, denn meine Mitfahrgelegenheit fuhr schon um 18Uhr. Dennoch wollte ich die Wohnung sehen, also versprach ich, dass ich morgen kommen würde.
Anmerkung der Redaktion:
Bei der Wohnungssuche sind wir immer wieder auf diese Drecks-Agenturen gestoßen. Von 50 Annoncen waren vielleicht 10 ohne eine Agentur im Hintergrund. Echt lästig. Wir waren kurz davor uns mit einer Argentur zu einigen. Ebenfalls sind die Mietpreise in Strasbourg nochmals teurer wie in Freiburg. Keine Ahnung warum. Die Franzosen schlafen auch auf engstem Raum miteinander. Bspw.: in einem Jungen-Wohnheim (ja die katholische Kirche steht da im Hintergrund) schlafen die 2 Jungs in einem Zimmer. Bah! Wo ist denn da die Privatsphäre?? Auch die Sache mit der Dusche und WC aufm Stockwerk is völlig normal. Findet man x-fach in der Zeitung! Aber für ein gemütlichen Studio zahlt mal gleich mal 260 kalt plus 80 Nebenkosten. Echt ärgerlich. Wusstet ihr übrigens das Strasbourg größer ist als Freiburg. Ja hät ich auch nicht gedacht, is aber so. (Das es eine wunderschöne Stadt ist, muss ich wahrscheinlich keinem mehr erzählen, weil bis auf meiner Wenigkeit waren wohl alle schon in Strasbourg gewesen)